Buch des Monats März 2018

Jutta Bauer, Katharina J. Haines:
Armut.
Kinder fragen nach. 
ISBN: 978-3551251169

Schüler erforschen Armut in Hamburg
„Jeder zweite Arbeitslose ist armutsgefährdet“, so fasste es ein Artikel in „Der Standard“ vom 27. Februar 2018 zusammen. Dabei zeigen sich innerhalb Europas gravierende Unterschiede. InDeutschland sind Arbeitslose am stärksten von Armut betroffen, in Finnland dagegen am wenigsten.
Wie es sich anfühlt, arbeitslos zu sein, das erkundeten Schüler mit Hilfe ihrer Lehrerin. Sie  suchten Orte in Hamburg auf, an denen Armut sichtbar ist und fragten Betroffene nach den Ursachen und den Entstehungszusammenhang ihrer misslichen Lage. Dass  manche Fragen mitunter zu direkt formuliert sind, mag zunächst verstören, brachte aber die Schüler sehr schnell in Kontakt mit den Betroffenen. Auch der Leser wird sehr schnell an das Thema herangeführt und in  Kontexte hineingezogen.
Befragt haben die Schüler/innen Politikwissenschaftler, Armutsforscher, Evangelische Pastoren, einen Katholischen Bischof, Studenten, Straßenzeitungsverkäufer, Obdachlose, Kinder und Erwachsene aus Hamburger Sozialeinrichtungen. Mit allgemeinen Definitionsfragen beginnend, tauchten die Schüler/innen mit vertiefenden Fragen in das Thema ein, wie z.B. Warum gibt es Armut auf der Welt? Warum verdienen manche Menschen so viel für ihre Arbeit? Ist das, was sie tun, besser? Die  Schwerpunkte der Fragen liegen auf Arbeit und Wohnen: Warum gibt es so viele leere Wohnungen und Leute, die auf der Straße leben? Die Schüler/innen begegneten dem Phänomen Armut forschend und deckten Ungleichheit auf. Kindliche Neugier wird mit diesem Buch geweckt, das eigene Umfeld präziser wahrzunehmen. Dass noch wenig bearbeitete Thema (bisher wurde meist über Armut geschrieben und über Personen, die von Armut betroffen sind), wird nicht düster, sondern Dank Collagen und Zeichnungen sehr anschaulich und frisch präsentiert, ohne jedoch kitschig oder unseriös zu wirken.
Allen Bibliotheken und Voksschulklassen empfohlen!
Cornelia Stahl

- Im Kibi entlehnbar! -