Buch des Monats September 2019

Luna Al-Mousli: Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus.
Frankfurt/Main: weissbooks. 2016. 128 Seiten.
ISBN: 9783863371074

"Lyrik und Prosa syrischer Autoren/Autorinnen“
Neben Hamed Abboud mit seinem Buch „Der Tod backt einen Geburtstagskuchen“ gehört Luna Al-Mousli längst zum Kanon bekannter Autoren und Autoren mit dem Bezug zu Syrien.
Im Buch „Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus“ erhalten wir mit den Augen eines Kindes Einblicke in außereuropäische Lebenswelten und -zusammenhänge.
„ Es war einmal, es war keinmal
bis es einmal war“.
Al-Mousli beginnt ihr Buch mit Zeilen, die zunächst an Märchen erinnern. Angenehm ist, dass die Textminiaturen auf Deutsch und auf Arabisch lesbar sind. Die Autorin erzählt in 44 Geschichten von ihrer Kindheit in Damaskus, dem Aufwachsen mit Cousinen und Cousins, Erlebnissen in der dortigen Schule und von gemeinsamen Festen. Parallelen zur eigenen Kindheit lassen sich mitunter erkennen. Anders jedoch scheint die innige Verbundenheit der Familienmitglieder untereinander, von der die Autorin zu erzählen weiß. Kontrastartig erscheinen jedoch die Beschreibungen ihres Ankommens in Wien: Die ewigen Fragen: „Luna, wieso trägst du kein Kopftuch“, „Luna, wo liegt denn eigentlich Syrien, in Afrika?“ wirken mitunter verstörend und nervenaufreibend.
Die junge Autorin erlaubt den Lesenden Einblicke in ihr Inneres. Sie gibt Auskunft zu persönlichem Erleben in zwei (konträren) Welten, in Syrien und in Österreich.
Mit ihrem neuen Buch „Als Oma, Gott und Britney sich im Wohnzimmer trafen“ (welches im kibi entlehnbar ist), ist sie über den Bvoe für Lesungen buchbar.
Luna Al-Mousli, geboren 1990 in Melk, aufgewachsen in Damaskus, lebt und arbeitet als Autorin und Grafik Designerin in Wien, wo sie Grafik Design an der Universität für Angewandte Kunst studierte.  „Eine Träne, ein Lächeln“ war ihre Abschlußarbeit.

Cornelia Stahl

Das Buch ist im kibi entlehnbar!