Buch des Monats November 2019

Judith Berger: Roberta Verliebt.
2019, 195 Seiten, Illustration: Ulrike Möltgen,
Hildesheim: Verlag: Gerstenberg Verlag,
ISBN: 9783836960168


Wie fühlt es sich an, verliebt zu sein?

Können Sie sich noch erinnern an ihre erste Liebe? Schon lange her? Und mit wem konnten Sie über ihr Geheimnis der ersten Liebe sprechen?
Die Schauspielerin Dagmar Koller bestätigte in einem Interview, dass man sich auch mit achtzig Jahren noch verlieben könne. Für alle Suchenden ist also Hoffnung in Sicht!

Eher unsicher fühlt sich hingegen Roberta, die seit Tagen in einen Buben aus ihrer Zeichenstunde verliebt ist. Als sie das Geheimnis mit ihrer Mutter teilen möchte, wird sie von dieser nur belächelt. „Hast du dich wieder beruhigt“ fragt sie Roberta (S.9).
In achtzehn Kapiteln beschreibt die Autorin Judith Burger aus der Ich-Perspektive der Protagonistin, wie es sich anfühlt, das erste Mal verliebt zu sein. Mitunter dominiert nicht die Sprache der Protagonistin, sondern die klar definierte Sprache der Erwachsenen und liefert zu viel Erklärungen. Handelt es sich beim verliebt sein doch eher um etwas Diffuses, Geheimnisvolles, nicht Beschreibbares. „Wenn man verliebt ist, macht man manchmal unvernünftige Dinge“ (S.29), denkt Roberta, als sie unerlaubt Blumen für Felix pflücken möchte.
Allein die Bilder, zum Beispiel das Blumenpflücken, sprechen für sich und unterstreichen den Gefühlszustand der Protagonistin. Im Subtext schwingen Fragen von Liebe und den Erwartungen von Gegenliebe: „Ist es möglich, dass sich Felix niemals in mich zurückverliebt?“ (S. 36), fragt sich Roberta verunsichert.

Das Buch bietet zahlreiche Gesprächsanlässe über ein sensibles Thema.
Judith Burger, geboren 1972 in Halberstadt, Sachsen-Anhalt, lebt in Leipzig. 2018 erschien ihr Debüt „Gertrude grenzenlos“, eine Geschichte über Freundschaft in der DDR. Die Illustrationen von Ulrike Möltgen, geboren 1973 in Wuppertal, ergänzen den Text idealerweise.
Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen!

Das Buch ist im kibi entlehnbar!