Buch des Monats Mai 2020

Gabi Kreslehner: Nils geht.
Jugendbuch.
Wien Innsbruck: Tyrolia.144 Seiten. 2020.
ISBN: 978-3-7022-3843-8



Schwarze Schafe als Mobbingopfer in der Schule
„Ach der schon wieder!“ Oftmals sind es nur eine einzelne Eigenschaften oder Charakterzüge, die einen Menschen von seinen Eltern, Geschwistern oder SchülerInnen in der Klasse unterscheiden. Nicht selten wird gerade dieses Verhalten verallgemeinert. 

Nils ist so einer, der mit seiner Schüchternheit und vielleicht auch mit seinem Äußeren in der Klasse, in die er als Neuer kommt, ausgegrenzt wird. Die Coolness, die die meisten Buben, ihren voran Jo, an den Tag legen, ist einfach nicht sein Ding. Er ist eben anders. Und das bekommt er auch zu spüren: Jo nennt ihn einfach immer nur Detlef und wirft seinen Schulrucksack quer durch den Klassenraum.
Nils kämpft im Stillen gegen diese täglichen Mobbingszenen, erduldet sie, versucht Freundschaften zu knüpfen, doch alle Schüler/innen meiden ihn und folgen Jo´s Vorgaben blind.
Als Mitschülerin Maja kurz vor der Prüfung plötzlich Nachhilfe von Lehrer Paulsen verordnet bekommt, wendet sich das Blatt. Paulsen beauftragt Nils und delegiert an ihn die Erteilung der Nachhilfestunden. Majas Bewunderung für Nils Rechenkünste steigern sein Selbstwertgefühl. Jo, der das ganze Szenario mit Eifersucht beobachtet,  schürt Rachepläne. Eines Tages eskaliert die Situation zwischen Jo und Nils.

Gabi Kreslehner, Jahrgang 1965, selbst Lehrerin, erzählt in rasantem Tempo und baut einen dramatischen Spannungsbogen auf, der beim Lesen kaum Atempausen erlaubt. Das Erzählte überzeugt den Lesenden bis kurz vor Ende, als Nils nach seiner Flucht wieder in die Klasse zurückkehrt, ohne Folgen für die Mobber. Kreslehner fordert indirekt dazu auf, genauer hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen und das Schweigen zu durchbrechen!

Jugendlichen und Erwachsenen empfohlen!