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Buch des Monats November 2021

Judith Hermann: Daheim. Roman.
Frankfurt/Main: S. Fischer – Verlag. 189 Seiten.
ISBN: 978- 3103970-357

Was brauchen wir im Leben?
„Sommerhaus, später“ (1998) ist das wichtigste Buch der Berlinerin Judith Hermann, geboren 1970. Jenes, mit dem sie Leser*innenherzen in Windeseile eroberte.
Um ein Haus geht es auch im vorliegenden Roman. Nach der Trennung von ihrem Mann und einer Tochter, die in der Weltgeschichte herumreist, beschließt eine Frau der Stadt, in der sie bisher ihr Leben verbrachte, den Rücken zu kehren und ans Meer zu übersiedeln, in ein Dorf an der Nordsee mit unbeständigem Wetter. Ein unbekannter Ort, an dem sie sich niederlässt und ein kleines Haus erwirbt.
Zur Ruhe gekommen im neuen Zuhause, werden unvermittelt Erinnerungen in ihr Gedächtnis gespült, gleich den Meereswellen, die in einer Regelmäßigkeit an den Strand gespült werden und sich anschließend zurückzuziehen. Jugenderinnerungen, die Begegnung mit dem Zauberer, der sie als zersägte Jungfrau auf seiner Reise nach Singapur mitnehmen wollte, tauchen an der Oberfläche auf.
„Ich bin nicht nach Singapur gefahren. Ich habe andere Reisen gemacht. Ich habe Otis getroffen, wir haben geheiratet und eine Tochter bekommen, Ann. … Otis und ich sind auseinandergegangen. Seit fast einem Jahr lebe ich auf dem Land.“ (S.27).
Die Ich-Erzählerin und ihr am Meer lebender Bruder begegnen der Nachbarin, der widerständigen Mimi samt Bruder. Die zwei Geschwisterpaare spiegeln einander: in der Diversität ihrer Charaktere und den Bedingungen des Aufwachsens. Während Mimi und ihr Bruder die alternden Eltern besuchen und im Alltag begleiten, blicken die anderen auf weniger glückliche Kindheitsjahre zurück.
„Was brauchen wir und worauf können wir verzichten“(S.148). Der geschärfte Blick fokussiert existenzielle Fragen der Ich-Erzählerin und lässt Lesende aufhorchen!

- Ab sofort im Kibi entlehnbar -