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Buch des Monats: Februar/2017

Alois Prinz: Ein lebendiges Feuer. Die Lebensgeschichte der Milena Jesenska. 229 Seiten.
Beltz & Gelberg. Weinheim Basel, 2016.
ISBN: 978-3-407-82177-5

Porträt einer eigenwilligen Pragerin
Wer„Das Schloss“, „Briefe an den Vater“ oder andere Werke von Franz Kafka gelesen hat,  vergisst den unverkennbaren Stil des Prager Literaten nicht so schnell. Milena Jesenska (1896-1944), einstige Geliebte Kafkas, hingegen geriet als kommunistische Widerstandskämferin in der Prager Nachkriegszeit lange Zeit in Vergessenheit. Erst als Briefe von ihr an die Tochter Jana, den Ehemann und Franz Kafka auftauchen, erfährt sie erneut öffentliches Interesse .
Alois Prinz, Literaturwissenschaftler, beschreibt in vierzehn Kapiteln den Lebensweg dieser neugierigen, leidenschaftlichen Frau. Milena rebelliert gegen ihren autoritären Vater. Sie bricht das Medizin-Studium ab und heiratet den älteren Ernst Polak,  folgt ihm nach Wien und begleitet ihn bei  Kaffeehausbesuchen. Gäste wie Franz Werfel, Robert Musil, Peter Altenberg und Karl Kraus beeinflussen ihr Denken. Wien ist jedoch eine Zeit der Armut. Mit Koffertragen und Unterrichten verdient sich Milena etwas Taschengeld. Eine kurze Begegnung mit Franz Kafka wird zum Wendepunkt in ihrem Leben.  In Prag herrscht Aufbruchstimmung. Sie kehrt in ihre Heimatstadt zurück und arbeitet dort für eine Zeitung. Nach der Besetzung Prags durch deutsche Truppen 1939, engagiert sie sich im kommunistischen Widerstand. Nach Gefängnisaufenthalten in Prag und Dresden folgt ihre Deportation ins KZ Ravensbrück.
Alois Prinz lässt die erst kürzlich entdeckten Briefe Milenas aus dem KZ Ravensbrück miteinfließen. Ihm gelingt das Porträt einer klugen und eigenwilligen Frau. Ein Buch, das Mut macht, eigene Wege zu gehen. Besonders Jugendlichen empfohlen!

Cornelia Stahl

Das Buch steht zur Entlehnung im Kibi bereit!