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Buch des Monatss Mai 2017

DVD „Tschick“ -  Ein Film von Fatih Akin (ab 12 Jahren empfohlen)
nach dem Erfolgsroman  von Wolfgang Herrndorf 

Eine Geschichte über Freundschaft und Identität
Maik schreibt einen wunderbaren Aufsatz, einen über seine Mutter. Und darf ihn im Deutschunterricht sogar vorlesen. Doch der Lehrer scheint alles andere als begeistert. Eltern kann man sich nicht aussuchen, denkt Maik. Das Alkoholproblem seiner Mutter versucht er gar nicht erst zu verschweigen vor den Anderen, und wird somit selbst zur Randfigur, zum Außenseiter in der Klasse. Als die Sommerferien beginnen, sind die wenigen Freunde verschwunden. Einsamkeit breitet sich aus, legt sich wie ein leichter Ölfilm auf der Meeresoberfläche nun auf Maiks Alltag. Mutter liegt im Krankenhaus, durchläuft gerade eine Entziehungskurs durchläuft. Vater ist wie immer auf „Geschäftsreise“ und wird von seiner Assistentin begleitet. Als Tschick, eigentlich Andrej, auftaucht, wird die Ödnis des Alltags plötzlich unterbrochen. Maik und Tschick durchqueren Sommerlandschaften, reisen mit einem gestohlenen Lada durch Maisfelder, entlang einsamer Asphaltstraßen, immer auf der Flucht vor der Polizei. „Man kann doch nicht immer ein neues Auto klauen, wenn der Tank leer ist“, ermahnt Mail seinen neuen Freund. Die Metapher könnte deutlicher nicht sein. Sympathische Helden überzeugen im Film, bringen existenzielle Probleme Jugendlicher zur Sprache.
Andrej, aus Russland stammend und jetzt im Hochhaus in Berlin-Mahrzahn wohnend und Maik, Wohlstandskind- zwei unterschiedliche Charaktere. Doch Vieles schweißt die Beiden zusammen. Regisseur Fatih Akin (bekannt von „Gegen die Wand“ und „Soul Kitchen“, ist eine lebendige Literaturverfilmung gelungen! Leidenschaftliches Kino eben! Eine unvergessliche und wichtige Geschichte über Freundschaft und Identität im digitalen Zeitalter.

Cornelia Stahl