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Buch des Monats September

Elisabeth Steinkellner: Die neue Omi. Wien: Jungbrunnen - Verlag. 2011.     ISBN 978-3-7026-5826-7

Illustration Michael Roher. 24 Seiten. Zahlreiche Illustrationen.


Brüche im Familienalltag
Früher hat sich Fini öfters geärgert über ihre Omi. Immer dann, wenn sie neue Frisuren ausprobierte, hat sich Omi heftig aufgeregt: „Fini, was hast du nur wieder mit deinen schönen Haaren gemacht“, klang es in Finis Ohren. Aber jetzt ist Omi irgendwie anders, genau seit ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus. Wenn die beiden, Fini und Omi, in den Park gehen, verschlingt Omi alle Brotreste lieber selbst, statt sie an die Enten zu verfüttern. Beim ersten Mal findet Fini das noch lustig. Doch irgendwas liegt in der Luft, sagt ihr das Kribbeln im Bauch. Omi hat sich verändert.
Jetzt sitzt sie in ihrem Sessel (sehr schön in zarten Brauntönen von Michael Roher illustriert) und wartet mit ihrem Koffer auf eine bevorstehende Reise. Ihre letzte Reise vielleicht? Diesmal geht es zu Mama und Papa. Omi erzählt zwar genauso schöne Geschichten wie früher, doch Fini bemerkt, dass Omi jetzt komische Dinge macht. Vor ein paar Tagen drehte sie alle Herdplatten auf. Das fand Mama nicht so lustig.
Spätestens an dieser Stelle tritt eine Wendung ein, kippt die Familienidylle und die Beschreibung einer warmherzigen Großmutter verändert sich. Junge LeserInnen und Leser werden im vorliegenden Buch mit Umbruchsituationen und Veränderungen im Familienleben konfrontiert, mit einem Alltag, der nicht immer harmonisch ist, der brüchig werden kann. Als Fini in die Verantwortung genommen wird, um auf Omi aufzupassen und versagt, ist das Chaos perfekt. Bloß gut, dass es Agatha gibt, eine Pflegekraft, die ins Haus kommt, um sich von nun an um Großmutter zu kümmern. Der Familienalltag entspannt sich wieder, die Veränderungen jedoch bleiben aufrecht.
Das Buch von Elisabeth Steinkellner erzählt von einer an Demenz erkrankten Großmutter und den Folgen, Veränderungen und Herausforderungen für ein Familienleben. Das Buch eignet sich insbesondere zum Vorlesen. Unbedingt bedingt sollte man über die im Buch geschilderte Thematik mit dem Kind sprechen. Dass der brüchige Alltag trotzdem gemeistert und bewältigt werden kann, das wird in diesem Buch sehr gut illustriert.
Das Buch würde ich allen Vorleserinnen und Bibliothekarinnen empfehlen, nicht nur den Eltern. Natürlich auch für junge LeserInnen im Volksschulalter geeignet!

Cornelia Stahl