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LebensSpuren

Fotos und interessante Ausschnitte aus der Frühjahrsveranstalgung des Kirchlichen Bibliothekswerkes vom 12. April 2008 im Don Bosco Haus, Wien

Ingrid Kainzner, Geschäftsführerin des Kirchlichen Bibliothekswerkes der ED Wien, Reinhard Ehgartner, Leiter des Österreichischen Bibliothekswerkes und Heidi Lexe, Leiterin der Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur

'Das Alter ist eine Lebensphase, die gestaltet und erlernt werden muss, auch an Bibliotheken,' erklärte Mag. Karl Langer an der Frühjahrstagung des Bibliothekswerkes am 12. April im Don Bosco-Haus, Wien. Der Mensch müsse sich mit 50 Jahren überlegen, wie er die nächsten 50 Jahre sinnvoll leben kann, er müsse sehen wo, wovon, mit wem und wofür er leben wolle, begründet Langer seinen Appell zur Weiterbildung, an dem auch Bibliotheken einen wesentlichen Anteil haben können.


Reinhard Ehgartner, Leiter des Kirchlichen Bibliothekswerkes Österreichs: Angebote für Senioren in Bibliotheken!

Dr. Reinhard Ehgartner, Geschäftsführer des Österreichischen Bibliothekswerkes, wies darauf hin, dass die Generation ab sechzig zur Altersgruppe mit der größten Bereitschaft für persönliche Weiterbildung gehört. Es ist demnach Aufgabe der Bibliotheken, deren Wusch nach lebenslangem Lernen zu unterstützen. Wichtig seien, so Ehgartner, dafür interessante Angebote, zu denen spezifische Literatur und Medien ebenso gehören wie Veranstaltungen zur Förderung des Gedächtnisses und der Erinnerung. Das Österreichische Bibliothekswerk entwickelt gemeinsam mit zahlreichen Bibliotheken und anderen Institutionen aus verschiedenen Bereichen von Wissenschaft, Literatur, Kunst und Erwachsenenbildung  neue Möglichkeiten der Begegnung zwischen den Generationen und Formen des miteinander und voneinander Lernens. So wurde im Rahmen des Projektes 'Lebensspuren' unter anderem ein Projektkoffer erstellt, der vielfältige Anregungen enthält.   Besonders schöne Erfahrungen hat man mit Workshops für alle Altersgruppen gemacht, wenn zum Beispiel im Rahmen einer Schreibwerkstatt,   Siebzigjährige und Neunjährige miteinander debattierten und ihre Sichtweisen austauschten. Mehr Informationen gibt es unter: www.lebensspuren.net.


Herta Bacher: Rückschau statt Rückzug

Um 'Rückschau statt Rückzug' ging es Herta Bacher, Leiterin von Erzählkreisen, an Bibliotheken in Graz. 'Was der alte Mensch abseits von Pflege und Versorgung am meisten braucht,   ist ein Gegenüber, das sich für seine Geschichten interessiert,' betonte die Referentin. Zuhören können ist eine Gabe, kann aber auch erlernt werden und ist für das angesprochene Du ein großes Geschenk. Erzählen und Erinnern an Hand konkreter Anlässe aus der Schulzeit und der Familie,  sind eine große Hilfe für den alten Menschen, sich mit der Vergangenheit seines Lebens auseinanderzusetzen und  auszusöhnen. In unserem immer hektischer gelebten Alltag muss Langsamkeit wieder akzeptiert werden. In der Interaktion mit alten Menschen, aber auch mit Kindern,  ist es wichtig, Wiederholungen und Pausen zuzulassen und dem Innehalten Raum zu geben.


Alter in der Bibel

Hanns Sauter (li.): Biblische Vorbilder für das Altern und Karl Langer: Altsein erlernen

Biblische Aspekte des Alterns zeigte Mag. Hanns Sauter von der Seniorenpastoral der Erzdiözese Wien auf. Von Abraham über Mose, bis herauf ins Neue Testament zu Petrus und Paulus veranschaulichte er, wie diese Gestalten der Bibel mit dem Altwerden umgegangen sind, wie sich deren Glaube und Gottesbeziehung im Alter entwickelt hat und was wir für heute daraus lernen können.


Alter in der Kinder- und Jugendliteratur; Lesung

Autor Peter Henisch fasziniert mit seiner Lesung

Die Darstellung des Alters in Kinder- und Jugendbüchern  von der Leiterin der Studien- und Beratungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur Dr. Heidi Lexe und eine Lesung des Autors Peter Henisch aus dem Buch 'Eine sehr kleine Frau' ergänzten schließlich das umfangreiche Programm für die siebzig TeilnehmerInnen, großteils BibliothekarInnen, die vielfältigste Anregungen erhielten. Sie sind in den öffentlichen Bibliotheken der Pfarren und Gemeinden am Werk.


Aus dem Publikum, an die 70 TeilnehmerInnen waren gekommen