| LANÖB BILDUNGSFAHRT SÜDTIROL | |||||||
Der Landesverband NÖ Bibliotheken veranstaltete vom 13.Mai bis 16. Mai 2010 eine Bibliotheksreise nach Südtirol. |
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Sechzehn Bibliothekarinnen und Bibliothekare machten sich auf den Weg, die Bibliothekslandschaft Südtirols zu erkunden. Mit dem Bus ging es von Wiener Neustadt über Wien, St.Pölten, Rattenberg und Kufstein nach Bozen, wo wir unser Quartier bezogen. Am Abend wurden die Österreicher/innen von Dr. Volker Klotz, Amtsdirektor des Bibliotheksverbands Südtirol, in der Landesbibliothek „Dr. Friedrich Teßmann“ empfangen. Volker Klotz erläuterte uns die Struktur des Südtiroler Bibliothekswesens:In dem 1972 verabschiedeten Autonomiestatut erhielt das Land Südtirol in einigen Bereichen die primäre Gesetzgebungs-Befugnis, wozu auch das Bibliothekswesen zählte – Geburtsstunde einer Erfolgsstory sondergleichen. Förderung
Raumsituation
Personalstruktur im Bereich der deutschen und ladinischen Schule und Kultur
Zahl und Zusammensetzung der 120 Öffentlichen Bibliotheken – „Bibliothekssysteme“
ÖffnungszeitenDie wöchentlichen
Öffnungszeiten reichen von 2-4 Stunden in kleinen Außenstellen bzw. Der Verleih ist gratis, verrechnet werden lediglich Mahngebühren. Verleihzahlen 2009 der 120 Öffentlichen Bibliotheken
*Quelle: Autonome Provinz Bozen-Südtirol / Amt für Bibliotheken und Lesen
Am zweiten Tag geht es am Vormittag von Bozen hinauf nach
Feldthurns, das wie viele Orte Südtirols an einem Hang liegt. Wir
betreten einen wunderschönen hellen Raum, dessen Ausstrahlung sofort in Bann
schlägt. Eine riesige durchgehende Fensterfront bietet einen überwältigenden
Ausblick. Eine gemütliche Sitzgruppe, Grünpflanzen, Malereien junger
Leser/innen und Papierfalt-Kunstwerke vermitteln eine sympathische und
anregende Atmosphäre. Einzelne Bereiche sind durch Regale getrennt, jedoch
nicht komplett abgeschlossen, wodurch die Transparenz erhalten bleibt.
Wir werden herzlich von zwei Kolleginnen empfangen. Die Situation ist hier
besonders ideal, weil Schule und Bibliothek in einander übergehen und die
Bibliotheksleiterin eng mit der Schulbibliothekarin zusammenarbeitet. So
können die Kinder zwanglos mit der Bibliothek vertraut gemacht werden.
Unterstützt wird das Bibliotheksteam von 30 (!) ehrenamtlichen
Mitarbeiter/innen, was zwar sehr erfreulich ist, jedoch großes
Organisationstalent erfordert. Dass die Bibliothek gut ankommt (man zweifelt
nicht daran), das beweisen auch die hohen Entlehnzahlen. Stadtbibliothek Klausen
Nach diesem fulminanten Einstieg fahren wir wieder ins Tal und besuchen die Stadtbibliothek Klausen. Hier ist die Bibliothek im Nordtrakt des ehemaligen Kapuzinerklosters untergebracht. Auf einer Fläche von 340 qm, die den ersten Stock und den Dachboden umfassen, erstreckt sich die Bibliothek. Viel Holz und gemütliche Lesplätze vermitteln eine heimelige Atmosphäre. Kollegin Brigitte Tutzer hofft allerdings auf größere Räume, da die Bibliothek schon aus allen Nähten platzt.
Das Bibliothekssystem Klausen besteht aus der Hauptstelle und den drei Leihstellen Gufidaun, Verdings und Latzfons. Die Leihstellen konzentrieren sich auf die Versorgung der nicht mobilen Bevölkerung, der Kinder und der jungen Familien. Zwischen Hauptstelle und Leihstellen besteht ein regelmäßiger Austausch von Medien. Der Leihverkehr zwischen den einzelnen Bibliotheken funktioniert sehr gut. Medienwünsche können aufgrund der Vernetzung schnell erfüllt werden. Die Hauptzielgruppen des Hauptsitzes sind Kinder und Jugendliche, Erwachsene und die italienische Sprachgruppe. Mit einer Weinverkostung in Siebeneich endet für heute das offizielle Programm, wir haben also etwas Zeit, um die Schönheiten und das Flair Bozens zu erkunden. Der dritte Tag führt uns in die Marktgemeinde Lana. In der Hofmann-Passage, in der sich neue Geschäfte, Büroflächen und attraktive Wohnungen befinden, wurde im November 2005 das Kulturhaus Lana fertig gestellt. Die vollständig verglaste Fassade des elliptischen Gebäudes manifestiert schon durch seine Form die Offenheit zur Bevölkerung. Im Kulturhaus haben vier Institutionen Platz gefunden: die Öffentliche Bibliothek, die Volkshochschule Urania, der Verein der Bücherwürmer und der Bildungsausschuss. Bibliotheksleiterin Walburga Gufler führt uns vom Atrium über die freitragende Stahltreppe ins Obergeschoß. Man ist beeindruckt von der eleganten, großzügigen Raumgestaltung, die nichts Abweisendes hat. Trotz großer Transparenz ist es gelungen auch Rückzugsorte zu schaffen. So gibt es zum Beispiel hinter einem Wandschirm einen eigenen Still-Sessel, der Müttern Intimität bietet und gleichzeitig einen entspannten Bibliotheksbesuch ermöglicht. Eine Einrichtung, die sehr gern genutzt wird. Im obersten Geschoß befindet sich der Lesesaal, der komplett abgedunkelt werden kann und für verschiedenste Veranstaltungen genutzt wird. Hier haben schon viele Autorinnen und Autoren gelesen, bevor sie berühmt wurden, zum Beispiel die Nobelpreisträgerin Herta Müller. Bibliothek von Riffian
Nach dem Besuch dieser zukunftsweisenden Bibliothek führt uns Volker Klotz in die ehrenamtlich geführte Bibliothek von Riffian. Frau Burgl Pircher empfängt uns mit Südtiroler Mehlspeisen und leichtem Wein. Ihr Engagement überzeugte die Gemeinde davon, dass der Neubau der zuvor hoch am Berg gelegenen Bibliothek, sinnvoll ist. Entstanden ist eine kleine aber wunderschöne moderne Bibliothek. Auch hier besticht eine durchgehende Glasfront mit fantastischem Ausblick. Rund um einen großen Kleinkinder-Krabbelbereich (hier müssen die Schuhe ausgezogen werden) gruppieren sich die Bücherregale. Über eine Holztreppe geht es auf die nächste Ebene, wo eine Sitzgruppe zum Schmökern einlädt. Nach Riffian zogen in den letzten Jahren viele junge Familien, daher liegt der Schwerpunkt der Bibliothek auch bei der Kinderliteratur und Literatur für junge Eltern, die sich hier zwanglos kennen lernen können. Mit dem Besuch dieser Bibliothek endet unser Bibliotheksprogramm. Wir verabschieden uns von Volker Klotz, der sich viel Zeit genommen und uns sachkundig und umsichtig begleitet hat. Wir beglückwünschen/beneiden unsere Südtiroler Kolleginnen und Kollegen und sprechen über die Gründe ihres Erfolges. Der Autonomiestatus schuf zweifellos die Voraussetzungen, das Südtiroler Bibliothekswesen auf ein signifikant höheres Niveau zu bringen. Und diese Chance wurde optimal genutzt – es zogen die richtigen Leute zur richtigen Zeit am selben Strang und tun es immer noch. Denn eines ist klar: Ohne Engagement, ohne Begeisterung, ohne die Überzeugung, dass Bibliotheken wichtig sind, hätten unsere Südtiroler Kolleginnen und Kollegen nicht diese fantastische Bibliothekslandschaft, die sie heute haben. Applaus!Ausklang
Wir besichtigen noch die herrlichen „Trautmannsdorf’schen Gärten“, die wie ein Juwel im Becken von Meran liegen. Morgen werden wir den Bus besteigen, der uns über den Jauffen-Pass wieder nach Hause bringt. Ein herzliches Dankeschön an unseren Reiseleiter und Organisator Robert Mech, der uns vier wunderbare Tage beschert hat, die interessanter und schöner nicht hätten sein können. (Bericht und Fotos: Ingrid Kainzner) |
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Der Landesverband NÖ Bibliotheken veranstaltete vom 13.Mai bis 16. Mai 2010 eine Bibliotheksreise nach Südtirol.





