Die KiBi-Exkursion 2018

Die heurige Exkursion am 15. Juni 2018 führte etwa 50 Teilnehmer zuerst ins 1155 von Heinrich Jasomirgott gegründete und zunächst von irischen Mönchen, die als Scoti - Schotten bezeichnet wurden, besiedelte Schottenstift in Wien. Mag. Dr. Maximilian Alexander Trofaier MA erzählte in der Schottenkirche vieles über die bewegte Geschichte des Stiftes.


Danach ging es in den Festsaal, wo das ehemalige Altarbild aus dem 17. Jahrhundert, das den Titel himmlische Glorie trägt, zu bestaunen ist.


Unsere nächste Station war die alte Bibliothek, die mit 200 000 Bänden aus vielen Bereichen eine der größten Privatbibliotheken Österreichs ist und von Josef Kornhäusl im klassizistischen Stil gestaltet wurde.

Dort durften wir einige besondere Stücke bestaunen, so etwa das einzige erhaltene Kettenbuch des Stiftes  (15. Jh.), eine Darstellung des Lebens des heiligen Benedikt (13. Jh.) oder ein Fragment eines liturgischen Gesangs zu Ehren des heiligen Patrick (12. Jh.).


Mag. Dr. Trofaier zeigt uns das KettenbuchEine Darstellung des Lebens des hl. BenediktFragment eines liturgischen Gesangs zu Ehren des heiligen Patrick

Abschließend besuchten wir noch das Museum des Stiftes, wo wir unter anderem den um 1470 entstandenen Schottenmeisteraltar bewunderten. Dieser Altar stellt Szenen aus dem Leben Jesu dar, im Hintergrund ist jeweils ein Ort in Österreich dargestellt, so ist etwa bei der Flucht nach Ägypten Wien im Hintergrund zu sehen.


Blick auf den SchottenmeisteraltarDie Flucht nach Ägypten (im Hintergrund ist Wien dargestellt)

Nach dem Besuch des Schottenstiftes gingen wir zum Stephansplatz ins Domarchiv, wo uns Domarchivar Reinhard Gruber über die Geschichte des 1267 von Gerhard von Siebenbürgen gegründeten Curhauses erzählte.


In der Curhauskapelle, die bis heute gerne für Taufen und Trauungen genutzt wird, erfuhren wir somanches aus der bewegten Geschichte.


Dabei fiel unser Blick auch auf das Altarbild Maria Vermählung. Dieses Fest stammt aus dem alten liturgischen Kalender und wird heute nicht mehr gefeiert.


Danach gingen wir in die Bibliothek des Curhauses, die noch im Originalzustand aus dem 19. Jahrhundert erhalten ist und von Ludwig Donin, einem Schriftsteller mit vielen verfassten Werken, gegründet wurde.


Dort bestaunten wir etwa die immer noch funktionstüchtige Registratur aber auch eine katholische Bibelübersetzung von Dittenberger (1594) sowie die zweite Auflage von Luthers Tischreden (1593).


Abschließend durften wir im Pfarrcafe einige sehr interessante Exponate aus dem reichen Fundus des Domarchivs bestaunen und Diözesanarchivar Gruber verriet uns interessante Details über so manches prominente Pfarrkind (z.B. Mozart) von St. Stephan.


Blick auf die ExponateDer Eintrag über das Begräbnis von Wolfgang Amadeus Mozart (6. Dezember 1791)Urkunde aus dem Jahr 1414


Die sehr interessante Exkursion fand im Lokal Inigo gegenüber der Jesuitenkirche mit einem schmackhaften Essen ihren würdigen Abschluss.