KiBi-Jahrestreffen 2018 zum Thema Kinderliteratur am 17.11.2018

Die Kinder- und Jugendliteratur spielt in öffentlichen Bibliotheken eine große Rolle. Eigentlich alle Bibliotheken haben einen eigenen Kinderbereich, einige haben sich sogar ganz auf diese wichtige Altersgruppe spezialisiert – sind also reine Kinderbibliotheken. Das Kirchliche Bibliothekswerk, zuständig für die Bibliotheken der Erzdiözese, lud deshalb beim heurigen Jahrestreffen am 17.11.2018 im ehemaligen AAI in Wien zwei hochkarätige Expertinnen dazu ein:
Die Autorin Rachel van Kooij, bekannt durch zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, setzte in ihrer Präsentation zwei Schwerpunkte, nämlich das qualitätsvolle (Kinder-)Buch vor „Fastfood-Produkten“ und eine anspruchsvolle Präsentation der Medien. Bücher mit einem reichen und vielfältigen Wortschatz, die berühren, die Phantasie anregen, führen nämlich schon bei sehr kleinen Kindern zum Aufbau eines passiven Wortschatzes, der später leicht aktiviert werden kann. Ähnlich verhält es sich mit qualitätsvollen Illustrationen. Mit einer verschiedenartig gestalteten Präsentation der Kindermedien wiederum kann deren Attraktivität bedeutend erhöht werden. Hilfsmittel dabei sind sog. „Eye-catcher“, Extra-Aufstellungen von Erstleser- und Vorlesebüchern oder Klassikern, Leserucksäcke, „Hör mal Rein“-Möglichkeiten (Hörbücher), geheimnisvoll eingepackte Büchern oder sogar Guckkästen mit einer Szene aus dem Buch (siehe Foto).


Nach so vielen theoretischen und auch praktischen Tipps bildeten die aktuellen Literaturhinweise der Expertin für Kinder- und Familienlektüre, Andrea Kromoser, die ideale Ergänzung. Aus ihrer Empfehlungsliste hob sie einige Werke besonders hervor wie das Preisträgerbuch von 2018: „Viele Grüße, Deine Giraffe“ (von Megumi Iwasa) und „Frosch und die abenteuerliche Jagd nach Matze Messer (in österreichischen Dialekt von Michael Rohrer). Sachbücher wie „Dinosaurier“ (Matthew Baron), Tiergedichte: „Ein Nilpferd steckt im Leuchtturm fest“ (Dt. Akademie für Sprache) oder der „Atlas der Fabelwesen“ (Stuart Hill“) weiteten den Blick ins Kinderbuchuniversum. Und nicht zu kurz kommen durften natürlich Spiele, Materialien und weitere Inspirationen, wobei hier der „Indische Strand“ (Joelle Jolivet), ein spezielles originelles Leporello (s. Foto) besonders hervorstach.


Die sehr kurzweilige und überaus informative Veranstaltung fand bei allen Teilnehmern großen Anklang, die – so vielseitig inspiriert – sicher viel davon in ihre Bibliotheken mitnehmen konnten.                                                                                                    
Gerhard Sarman